Lordsire Jean-Jaques Birc Bijou Armand de la Croix-Pastis


Vom Stallburschen zum Lordsire. Ein Traum, der wahr wurde für Jean-Jaques Birc Bijou Armand de la Croix-Pastis, von jeher auch nur „Bebe“ genannt.

Wenngleich: Bebe ist adliger Herkunft, insofern war er niemals Stallbursche, zumindest nicht so richtig. Und die Idee Lordsire sein zu wollen, ist als Spross einer alten fränkischen Adelsfamilie jetzt auch nicht ganz so abwegig, aber das Geheimnis seines blauen Blutes lüftete sich für Bebe auch erst sehr viel später in seinem Leben. Aber so ist das mit den Träumen: sie sind oft wirr und wenig konkret. Das Leben schlägt schon Kapriolen.

Und das wiederum passt hervorragend zu Sire Bebe, der über eine besonders romantische Ader verfügt, die ihn ab und zu heroische, vor Esprit sprühende Reden halten lässt, an deren Ende er verwirrte oder schlafende Zuhörer zurücklässt, um sich mit einem Kelch Vin Rouge in der Hand in die Arme einer schönen Frau zu werfen.

Trotzdem hat es Sire Bebe weit gebracht. Heute ist er nicht nur ein Lordsire und damit Mitglied im ehrwürdigen House of Lords, welches den König berät, sondern auch Ordensmeister des Ordens St. Reginald von der Petite L'eglise rouge. Er ist Diener des Schutzpatrons Bretoniens, Reginald Front de Boeuf. Selbsternannter Hüter seiner Gebeine. Unbedingter Bewahrer seiner Tugenden. Und seit jüngstem auch vom König genötigt, kommissarisch das Amt des Lordkanzlers zu bekleiden, bis auf dem nächsten House of Lords ein neuer Lordkanzler gefunden wird.

Lordsire Bebe verbrachte seine Kindheit in den bretonisch-mentarischen Wäldern. Seine Verbundenheit zu der Fauna und Flora Bretoniens führte ihn in die Hände der Herrin vom See, deren Zauber er bereits in ganz jungen Jahren verfiel. Hinter vorgehaltener Hand flüstert man, Lordsire Bebe hätte „das zweite Gesicht“. Eine Gabe, so hört man, die Lordsire Bebe bereits mit in die Wiege gelegt worden sei. Möglicherweise von der Herrin persönlich, munkelt man. Von wem sonst, denkt man sich - alles andere wäre doch pure Spekulation!

Zehn Winter lang dauerte die außergewöhnlich lange Pagenzeit von Bebe, bis er zum Knappen getreten wurde und fortan im Dienste vieler bretonischer Ritter stand. Von allen war es aber Reginald Front de Boeuf, der sich seiner annahm, ihn leitete und lehrte. Wie ein Vater kümmerte er sich um den aufwachsenden, jungen Mann und gab ihm die urbretonischen Werte mit auf den Weg, wie es bis heute kaum ein zweiter vermag. Der offene, das Herz auf der Zunge tragende junge Mann beeindruckte den Lordregulator nachhaltig, wurde dieser doch ruhiger und besonnener und fing an, seine  viel…., hüstel, wenigen Gräueltaten zu sühnen, die er einstmals beging.

Doch dann folgten die schwärzesten Tage im Leben des jungen Bebe:

Auf der Königshochzeit des Sire Dragan D'Ornbusse mit der Lady Celeste von Kaotien fällt Sir Reginald einer Intrige des Sir Dragan zum Opfer. In den Kellern Trawoniens wird er hingerichtet. Lordsire Bebe verliert seinen Ziehvater und Mentor und seinen Rittervater, dem er als Page und Knappe diente. Er kehrt mit dem Leichnam Reginalds nach Bretonien zurück. Dort bricht er mit der bretonischen Kreutzkirche, obwohl diese den Ritter Reginald heilig spricht, da er gegen die Erlaubnis der Kirche den Leichnam entwendet und ihn zu einem alten Kloster an den Steilklippen der Normandey, der Petite L'eglise Rouge, bringt. Bebe begründet dort die Gemeinschaft des Reginalds und ernennt sich selbst zum Hüter der Gebeine. Der Abt der kleinen Kirche, Eduard de Roussillion, macht ihn zum Großmeister der Gemeinschaft. Bebe selbst beruft sich auf eine alte Generalamnestie seines Herren Reginalds, die dieser zu Lebzeiten ausgesprochen hatte, und gewährt von nun an Straftätern Asyl gegen Reue und Sühne.  Diese dienen fortan dem Orden als Reliquienknechte.  

Um die Reliquien entbrennt ein politischer Streit zwischen der Kreutzkirche, den fränkischen Rittern und der bretonischen Lordregulation. Die Petite L'Eglise rouge wird niedergebrannt. Das politische Tauziehen gewinnt am Ende die fränkische Liga. Aber bevor die Reliquien Reginalds durch die Kreutzkirche in die Normandey zurückgebracht werden können, wird der Tross durch mysteriöse Kreutzfahrer überfallen und die Gebeine werden gestohlen und bleiben auf immer verschwunden.  

Lordsire Bebe indes wird auf dem House of Lords in Port Ventus, auf dem sich auch unser Souverän Richard of York zum König krönt, zum Lordsire ernannt, der Orden des St. Reginald wird offiziell durch den König anerkannt und ihm, Lordsire Bebe, in die Hände gelegt.

Lordsire Bebe zog sich dann in den neu aufgebauten Ordensitz, der Petit L'eglise rouge, zurück. Vehement befreite er den Orden vom Einfluss der Kreutzkirche, deren Bedeutung mittlerweile gelitten hat.
 
Nur unwillig weilt er derzeit in Neu York, dem Sitz des Kanzleramts und versucht, den Wünschen des Königs zu entsprechen. Ungeduldig sehnt er den Tag herbei, an dem er das Amt an einen würdigen Kandidaten abgeben kann.

Lordsire Bebe ist auf dem Schlachtfeld in Lascarde gegen die Orken und den Kampf gegen die Hexe Morgaine im Mai des Jahres 1219 gefallen.
Er hinterlässt seine erst jüngst geehelichte Gemahlin Lady Agnes Marti von Norderforst.



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