Das Uhuhn, Gallus brito tactus permantentus

Das Uhuhn ist eine wilde Hühnerart, die jedoch in weiten Teilen Bretoniens domestiziert wurde. Optisch unterscheidet es sich nicht wesentlich von einem normalen Haushuhn, abgesehen von der kleineren Größe und dem gedrungenen Körperwuchs. Das U-Huhn ist überdies die einzige Hühnerart, die keine Eier mit fester Schale legt, sondern – ähnlich dem Fisch – sein Gelege aus der Kloake drückt und an beliebiger Stelle ablegt. Der U-Hahn befruchtet diese gallertartige Masse mittels einer Spermapumpe unterhalb seines Schnabels, die mit starken Muskeln ausgelegt ist, da das U-Huhn-Gelege von stark klebriger Substanz ist, und bei näherem Kontakt mit dieser Absonderung eine dauerhafte Verbindung hergestellt wird. Der Hahn muss sein Sperma aus der Spermapumpe schleudern, damit die sichere Entfernung zum klebrigen Gelege zuverlässig überbrückt wird.

Die Befruchtung findet grundsätzlich außerhalb des U-Hühnerleibes statt, da es aufgrund der Beschaffenheit der Gelegesubstanz sonst innerlich verkleben würde und in dieser Folge dann zur vollständigen Eruption gelangt.

Das U-Huhn verfügt über eine augenscheinliche Fußbefiederung, die jedoch nicht echt ist, sondern einen beharviorierten Körperschmuck darstellt, da an den Krallen des weiblichen U-Huhns Reste der Gelegesubstanz haften bleiben und somit auch die Federn des U-Huhns selbst, wenn es sich anschließend hinsetzt.

Die Kloaken-Rosette des U-Huhns gilt im bretonischen Hochland als besondere Delikatesse, wobei dieses nicht unbedingt für eine wohlschmeckende Küche bekannt ist. Sollte man bei Gelegenheit diese kulinarische Absonderheit angeboten bekommen, so ist es von großer Wichtigkeit, sich diskret nach der Qualifikation des Zubereiters zu erkundigen. Unkundige können hierbei möglicherweise Reste der Gelegesubstanz übersehen und der ahnungslose Gourmet leidet anschließend unter kräftiger Verstopfung. Zu kurativen Zwecken mag dies jedoch durchaus dienlich sein.

Die Domestizierung des U-Huhn resultiert aus der Beschaffenheit der Gelegesubstanz, die sich vortrefflich für Verklebungen aller möglichen Dinge eignet.
So spielt es z. B. in der Herstellung von Lederwaren eine gewichtige Rolle. Zur Gewinnung des Klebstoffs wird das U-Huhn mit einer speziellen Massagetechnik veranlasst, etwas Gelegesekret abzugeben. Dieses Verfahren ist als Rosetten-Standard-Manipulation bekannt und manche Handwerker haben es hierin zu wahrer Meisterschaft gebracht!

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